Beschreibung
Verdauung
Die Verdauung beginnt im Magen, wo die Nahrung mit Magensäften, Magensäure und Verdauungsenzymen vermischt wird. Pferde produzieren ständig Magensäure. Es liegt in der Natur des Pferdes, dass es über den Tag verteilt kleine Mengen frisst und der Magen fast ständig in Betrieb ist. Außerdem gelangt viel Speichel in den Magen, der eine puffernde Wirkung hat. Früher - und in einigen Fällen auch heute noch - haben wir den Pferden zwei bis drei Raufuttergaben pro Tag gegeben. Glücklicherweise setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass es für ein Pferd besser ist, wenn es über den Tag verteilt kleine Häppchen bekommt. Denn bei großen Mengen, die nur wenige Male am Tag gefüttert werden, kommt das Pferd schnell mehr als vier Stunden ohne Futter aus. Da der Magen ständig Magensäure produziert und kein Futter + Speichel in den Magen gelangt, kann die Säure die Magenwand angreifen. Dies führt zu Magengeschwüren. Diese treten vor allem an der Grenze zum oberen Teil des Magens auf, wo der pH-Wert höher ist. Dieser Teil verträgt kein saures Milieu.
Um die Magenwand vor einem sauren Milieu zu schützen, kann das Pferd in manchen Situationen Unterstützung brauchen. Hierfür ist Lithothamne sehr gut geeignet, es besteht aus kalzinierten roten Meeresalgen und wirkt sich positiv auf den normalen Säuregehalt im Magen aus.
Darmflora
Der Blind- und Dickdarm sind die beiden wichtigsten und größten Teile des Verdauungssystems. Hier werden vor allem die Ballaststoffe durch Bakterien zersetzt. Dies wird auch als Gärung bezeichnet. Die Bakterien im Blind- und Dickdarm, die so genannte Darmflora, sind die Quelle für die Produktion der B-Vitamine.
Die Bakterien im Blind- und Dickdarm sind in gewisser Weise spezifisch für das Futter, das das Pferd frisst. Es kann 2-3 Wochen dauern, bis sich diese Bakterien an eine neue Nahrung angepasst haben. Daher sollte die Futterumstellung schrittweise erfolgen, damit die Bakterien nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn die Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten ist, ist es ratsam, das Pferd in dieser Hinsicht zusätzlich zu unterstützen. Dies kann durch die Zugabe von Hefe und zusätzlichen B-Vitaminen geschehen. Hefe ist selbst eine Quelle von B-Vitaminen und hilft bei der Gärung, so dass die Darmflora wieder aufgebaut werden kann.